Von A wie Abdrehen bis W wie Wulst

Fritten, Schlicker, Schrühbrand,…. Wenn Sie bei diesen Begriffen noch an das Essen denken, werden Sie hier eines Besseren belehrt!

A

Abdrehen Unter Abdrehen versteht man die Bearbeitung des lederharten Tones mit diversen Abdreheisen und -schlingen. Man verwendet es, um einerseits die Form des Werkstückes zu verbessern und die Bodenplatte zu bearbeiten.

Absetzbecken Behälter, der unter das Fallrohr des Waschbeckens gestellt wird, um eine Verstopfung der Abflußrohre durch Ton zu verhindern. Dessen Abflußrohr ist nahe des oberen Randes angebracht, so dass sich der Ton am Boden absetzen kann und nur das Wasser in die Kanalisation gelangt.

B

Brand Durch das Brennen wird aus Ton haltbare Keramik. Dieser Brand folgt einem bestimmten Ablauf, der durch Aufheizzeiten, Endtemperartur mit diversen Haltezeiten, oxidierende, neutrale oder reduzierende Atmosphäre, sowie die jeweilige Abkühlzeit bestimmt wird.

D

Donsel Hohlform aus Gips oder geschrühtem Ton, welche die Gefäße während des Abdrehens auf der Drehscheibe stabil hält.

E

Engobe Die Engoben sind eine Art des Schlickers und enthalten neben Ton und Wasser oft färbende Oxide bzw. Farbkörper sowie häufig auch Flussmittel. Zum Einfärben wird die Engobe noch im lederhartem Zustand des Werkstückes aufgetragen.

F

Flussmittel Glasur- oder Massezusatz, der die Sinterprozesse und dadurch die Glasbldung der Silikate fördert.

Fritte Mischung von Glasur-Rohstoffen, die bereits einmal miteinander verschmolzen und wieder pulverig aufgemahlen worden sind. Fritten werden oft hergestellt, um gesundheitsschädliche oder wasserlösliche Rohstoffe, wie z.B. Blei in Glasuren einsetzen zu können.

Fußring Als Fußring bezeichnet man die erhöhte Standfläche eines Gefäßes, die dieses formal von der Stellfläche abhebt. Fußringe werden oft angesetzt oder bei gedrehten Gefäßen durch Abdrehen der Fußzone geschaffen.

G

Grünware Aus Ton hergestellte, fertig bearbeitete und getrocknete Arbeiten, die aber noch nicht gebrannt wurden.

K

Kegel, Brenn- Kegelförmige, aus keramischen Materialien für definierte Temperaturen zusammengesetzte Teststücke, die stehend in den Ofen mit eingesetzt werden und die bei der angegebenen Brenntemperatur abhängig von deren Höhe und der Dauer dieser Temperatureinwirkung erweichen. Kegel reagieren wie die Ware und geben so durch das Schauloch Informationen über die Reaktion von Glasur und Scherben im Ofeninneren.

Keramikscherben Als Scherben bezeichnet man Tonware, die oberhalb von mindestens 600°C gebrannt wurde und sich dadurch nicht mehr in plastischen Ton zurückverwandeln lässt.

L

Lederhart Als lederhart bezeichnet man einen Ton, der nicht mehr plastisch verformbar, aber auch noch nicht trocken und brüchig ist. Der Ton fasst sich ähnlich wie festes Leder oder Hartkäse an und lässt sich in diesem Zustand sehr gut montieren bzw. bearbeiten.

M

Majolikatechnik Als Majolikatechnik bezeichnet man eine spezielle Glasurtechnik, wobei auf eine weiße Glasur färbige Glasuren zum Verinnen gebracht werden.
Malen Sie in die ungebrannte weiße Glasur vorsichtig, aber nicht zu dünn die Farbe ein. Danach brennen Sie im Brennbereich der Glasur. Die Dekorfarben verhalten sich der Glasur entsprechend, z.B. im Fließverhalten.

Marmorierte Ware Keramik, die aus unterschiedlich eingefärbten und sich in der Verarbeitung marmorartig miteinander mischenden Massen hergestellt wird, bezeichnet man als marmorierte Ware.

Masse, Tonmasse Tonmischungen, die aus Ton und weiteren Rohstoffen zusammengesetzt sind, wie z.B. spezielle Steinzeugmassen, Irdenwaremassen oder Porzellane.

N

Niere, Drehschiene Flaches, nierenförmiges Werkzeug aus Holz, Metall, Gummi oder Plastik, das zum Glätten und Überformen des Tons verwendet wird.

P

Paper-Clay Paper-Clay ist ein Ton, der einen Anteil an wassergelöstem Papier enthält. Die Tonmasse bekommt so eine sehr gute Rohbruchfestigkeit während des Trocknens und eine erstaunliche Trockenfestigkeit sowie eine besonders gute Resistenz gegen Rissbildungen und Verziehen. Paper-Clay kann allerdings nicht auf der Scheibe gedreht werden.

Polieren Technik der Oberflächenbearbeitung eines lederharten Tons, der durch das Polieren mittels glatten Steinen oder Löffel verdichtet wird und zu glänzen beginnt.

R

Raku Japanische Brenntechnik, bei der die Stücke direkt in den heißen Ofen gestellt und noch rot glühend zum Abräuchern herausgeholt werden.

S

Schamotte Schamotte, auch Magerungsmittel genannt, sind in verschiedenen Körnungen erhältliche, gebrannte und aufgemahlene Tone. Man setzt plastischem Ton solche Schamotte zu, um die Schwindung zu verringern, bestimmte Verarbeitungseigenschaften oder eine körnigere Oberfläche zu erzielen.

Schlicker Flüssig angesetzte Tonmischung, die nur aus Ton und Wasser bestehen kann, wenn man sie zum Montieren von Platten, Henkeln usw. verwendet. Andere Schlicker - wie Gießschlicker zum Gießen von Keramik in Gipsformen - enthalten neben dem Ton- und Wasseranteil ein oder mehrere Verflüssigungsmittel.

Schrühware Bezeichnung für die Ware, die bereits einmal, meist zwischen 900-1000°C, vorgebrannt wurde. Der Ton wird in diesem Temperaturbereich hart, d.h. er löst sich in Wasser nicht mehr auf, bleibt aber dennoch porös.

Sockel Fläche oder Form aus Holz, Ton, Metall usw. auf der eine Plastik formal erhöht und ausgestellt wird.

Stütze Längliche Brennhilfsmittel, auf welche die Einbauplatten zum Brennen der Ware aufgebaut werden. Mittels Stützen und Platten bauen Sie die Brennregale im Ofen auf. Stützen aus Ton verwendet man zum Abstützen großer oder komplizierter Objekte beim Brennen.

W

Wulst Aufgesetzter, vorgedrehter oder vorgeformter Tonring, den man auf ein frisch gefertigtes Stück setzt, damit es noch höher, größer oder in anderer Form fertig gedreht bzw. gebaut werden kann. Auch zur Anfertigung von dünnen Flaschenhälsen oder Fußringen bedient man sich dieser Technik.

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